Ablauf von Verschiffungen

Grundsätzlich laufen alle Verschiffungen nach folgendem Schema ab:

-> Sie fragen eine Rate an

-> Wir offerieren Ihnen einen Preis und geben die Verschiffungsmöglichkeiten an

-> Sie beauftragen uns mit dem Transport

-> Wir buchen und bestätigen den Auftrag

-> Das Zollpapier wird durch Sie oder durch uns vorbereitet

-> Die Ware wird abgeholt, der Container gestellt oder die Sendung durch Sie angeliefert

-> Sie senden uns Handelsrechnung, Packliste, B/l-Instruktionen und ggf. das Zollpapier

-> Wir senden Ihnen zur Prüfung einen Entwurf des Bill of Ladings

-> Nach Abgang des Schiffes erhalten wir das B/L, wir erstellen Ihre Rechnung

-> Je nach Abmachung senden wir Ihnen das B/L auf Zahlungsziel oder nach Vorkasse zu

 

Es gibt jedoch ein paar Details zu beachten:

Container-Gestellungen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Containergestellung:

2-Stunden-Gestellung auf Chassis

Die "normale" Gestellung, und damit auch die günstigste. Der Container wird per LKW gebracht, die freie Beladezeit beträgt 2 Stunden - danach wird Wartezeit berechnet. Zur Beladung werden eine Rampe und/oder ein Gabelstapler benötigt, da das Chassis ca. 1,20-1,50m hoch ist.

Absattel-Gestellung

Hier wird das Chassis vom Zugfahrzeug abgehängt und stehen gelassen. Dies ist sowohl unter der Woche als auch über das Wochenende möglich, jedoch kostet jeder volle Werktag, den das Chassis stehen bleibt, Chassismiete. Bei einer Wochenendgestellung von Freitagnachmittag bis Montagmorgen fällt keine Chassismiete an.

Dennoch ist diese Variante teurer als die 2-Stunden-Gestellung, da eine zweite Anfahrt anfällt.

Auch hier werden eine Rampe und/oder ein Stapler benötigt.

Seitenlader-Gestellung

Durch ein Spezialfahrzeug, den Seitenlader, wird der Container abgekrant und auf den Boden gestellt. So wird keine Rampe benötigt und der Container kann über längere Zeit beladen werden.

Allerdings sind Seitenladertransporte deutlich teurer als normale LKW-Transporte, und leider sind nicht an allen Standorten Seitenlader verfügbar. Daher ist dies meist die teuerste Variante.

Achtung: Der Seitenlader braucht viel Platz sowie einen befestigten, ebenen Untergrund.

Reachstacker
ein Reachstacker bei der Arbeit

Zolldokumentation

Jede Exportware muss beim Zoll angemeldet werden. Für Gemeinschaftsware wird dabei im Regelfall ein Ausfuhrbegleitdokument (ABD) erstellt. Es gibt auch einige Sonderfälle (Transitware, temporäre Ein- oder Ausfuhr, etc.), zu denen wir Sie gern persönlich beraten.

Für jegliche Exportgeschäfte ist inzwischen eine EORI-Nummer vorgeschrieben. Diese kann kostenlos beantragt werden. Hier finden Sie das Formular (Nr. 0870) und hier weitere Infos.

Es gibt folgende Varianten der ABD:

Zweistufige Anmeldung, Beschau außerhalb des Amtsplatzes (c)

Dem Zoll wird eine 2-stündige Beschaufrist eingeräumt, während der die Zollbeamten vor Ort zur Beschau der Ware erscheinen können, was aber nicht immer erfolgt. Die Zollanmeldung muss spätestens 24h vor Beschautermin (= im Idealfall Beladetermin) eingereicht werden, entsprechend rechtzeitig brauchen wir die Packliste.

Der Zoll berechnet für die Beschau vor Ort eine geringe Gebühr, aber nur, wenn eine Beschau tatsächlich stattgefunden hat.

Zweistufige Anmeldung, Beschau am Amtsplatz (a)

Die Sendung wird nach Beladung beim zuständigen Zollamt zur Beschau vorgeführt. Nicht geeignet bei sehr vollen/unübersichtlich gestauten Containern.

Es fallen Kosten für den Multistop des LKWs an.

Einstufige Anmeldung (g)

Nur anwendbar für Sendungen mit einem Warenwert unter € 3.000,--. Keine Beschau durch den Zoll bei Beladung notwendig, keine entstehenden Zusatzkosten.

Bei einem Warenwert von unter € 1.000,-- muss keine Zollanmeldung erstellt werden.

Wasserschutzpolizei
Die Wasserschutzpolizei im Hamburger Hafen

Bill of Lading

Es gibt im Wesentlichen zwei B/L-Typen:

Original-B/L

Es werden 3 Original-B/Ls sowie mehrere Kopien ausgestellt. Die Sendung kann nur mit einem der Originale freigestellt werden.

Vorteile: Das B/L kann an einen anderen Empfänger durch Indossament übertragen werden, Versender kann das B/L zurückhalten falls die Ware noch nicht bezahlt wurde.

Nachteile: Kurierkosten, große Probleme bei Verlust aller Originale

Express-B/L

Beim Express-B/L werden keine Originale ausgestellt, sondern nur eine Kopie, die per Email versendet werden kann. Die Sendung wird an den Empfänger freigestellt, der im B/L als Consignee eingetragen ist.

Vorteile: einfach & schnell zu handhaben, unkomplizierte Abwicklung, keine Kurierkosten

Nachteile: Versender kann auf die Ware nach Verschiffung nicht mehr zugreifen, Empfänger im B/L muss exakt stimmen

 

Für das Original-B/L gibt es noch die Möglichkeit, ein sog. Telex-Release zu machen. Hierfür müssen alle 3 Originale an die Reederei zurückgegeben wird und die Sendung wird dann an den im B/L genannten Empfänger freigestellt. Dieser kann die Sendung dann ohne ein Original-B/L abholen, er muss sich nur ausweisen können.

Vorteile: Schneller als Kurier, Verlustrisiko fällt weg

Nachteile: kostet eine Gebühr, Empfänger muss exakt stimmen